Wenn ich mir wieder mal einen Kaffee in der Cafeteria der Hochschule Karlsruhe hole, ziert diesen immer ein Werbespruch des Studentenwerks Karlsruhe: “Damit Studieren gelingt”. Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass das Studium ohne Kaffee nicht zu schaffen wäre, aber hilft dieser doch in so mancher Vorlesung um 8 Uhr etwas wacher und aufnahmefähiger zu sein. Aber es gibt viele andere Programme und Internetseiten, ohne die ich mir Studieren kaum vorstellen könnte. Deshalb hier mal eine kleine Übersicht was wir für unsere Projekte so einsetzen und ich würde mich auch über Kommentare freuen, was bei anderen Studenten so noch eingesetzt wird von dem wir noch nicht gehört haben.
Dropbox ist jetzt eigentlich nur ein Beispiel für eine ganze Reihe von Datei-Synchronisierungsdiensten, sehr interessant und mit einigen interessanten Features klingt auch ZumoDrive. Persönlich setzte ich auch noch TeamDrive ein. Dieses bietet zwar (noch?) keinen Webzugriff auf die Dateien, dafür lässt sich quasi unbegrenzt WebDAV-Speicher einbinden. Und da habe ich auf meinem Server ja noch ein wenig “übrig”.
Die Handhabung ist in beiden Fällen nahezu identisch. Nach der kostenlosen und schnellen Anmeldung beim Dienst, installiert man sich ein kleines Programm (Windows und Mac), das fortan unauffällig im Hintergrund läuft. Auf der eigenen Festplatte wird ein Ordner gewählt, der ständig synchronisiert werden soll und nach der initialen Synchronisation kann ich andere Dropbox- respektive TeamDrive-Benutzer einladen, die diesen Ordner dann auch für die Synchronisation wählen können. Das Programm im Hintergrund erkennt sofort wenn sich die lokale oder die auf dem Server gespeicherte Version geändert hat und synchronisiert diese.
Bei Dropbox gibt es 2 GB kostenlosen Speicherplatz, der sich mit Empfehlungen des Dienstes bis auf 3 GB erweitern lässt (wenn ihr diesen Link nutzt, dann bekomme ich 250 MB Extra-Speicher). TeamDrive bietet 1 GB (es sei denn man benutzt eigenen WebDAV-Speicher), muss sich aber in der kostenlosen Version mit Werbung anfreunden. Erweiterungen des Speicherplatzes ist gegen monatliche Gebühr überall möglich.

Es gibt sicherlich immer noch Studenten, die auch ihre Abschlussarbeiten mit Word schreiben und sich stundenlang mit Inhalts- und Quellenverzeichnis quälen. Ich für meinen Teil habe schon genung unschöne Erfahrungen in dieser Hinsicht und verwende für Studien- oder Anschlussarbeiten seit meinem 2. Praxissemester nur noch LaTeX.
LaTeX ist ein Softwarepaket für die einfache Nutzung des Textsatzprogramms TeX. Man arbeitet dabei nicht mit einer grafischen Oberfläche, sondern mit zugegebenermaßen teilweise sehr kryptisch anmutenden Text-Dateien. Ähnlich wie HTML beschreiben sie “semantisch” die Objekte, das Layout wird später bei der Generierung des Dokuments festgelegt. LaTeX benötigt einige Einarbeitungszeit, dafür ist es stabil, das Inhaltsverzeichnis generiert sich absolut problemlos, Quellen sich einfach verwaltbar und hat sich deshalb mittlerweile auch zum Quasi-Standard für wissenschftliche Arbeiten entwickelt.
Der Vorteil von LaTeX liegt also daran, dass die Datei zeilenbasiert bearbeitet werden kann. Dadurch ist es auch möglich, dass mehrere Personen parallel eine Datei bearbeiten und dann einer Versionsverwaltung wie beispielsweise Subversion – Alternativen wären – das Zusammenfügen überlassen. Nur wenn wirklich einmal zwei Autoren dieselbe Stelle bearbeitet haben muss man den Subversion-Tool – unter Windows ist TortoiseSVN zu empfehlen, für den Mac gibt es die (kostenpflichtigen) Programme Cornerstone (günstigere Studentenversion erhältlich) und Versions (bis zum 15. Februar 2010 werden 50 % des Preises nach Haiti gespendet) – unter die Arme greifen und den Konflikt lösen.
Auch wenn nichts über persönliche Konversation geht, die meisten haben keine Lust den ganzen Tag an der Uni oder FH zu sitzen und nach 4 Vorlesungen gleich noch in der Gruppe für irgendeine Ausarbeitung weiterzuarbeiten. Etwas Pause muss sein und meistens geht es dann zu Hause manchmal bis spät in die Nacht weiter. Um sich dabei kurzzuschließen sind eMail nur bedingt geeignet. Also: Skype an und direkt mit allen über das Problem diskutieren. Skype bietet mittlerweile alles, was man sich wünschen kann, und gräbt deshalb meiner Meinung nach ICQ & Co. zurecht immer mehr das Wasser ab:
- Sprachtelefonie inkl. Konferenzen
- Instant-Messaging à la ICQ ink. Konferenzen
- Bildschirm übertragen
Auch Dateien ließen sich problemlos übertragen, aber dafür haben wir ja unsere Dropbox damit es nicht an vielen Stellen leicht unterschiedliche Versionen, sondern an einer Stelle zentral die aktuelle Version gibt.
Zu guter Letzt darf natürlich die moderne Bibliothek nicht fehlen: unsere Datenkrake Google. Speziell als Informatiker bin ich immer etwas kristisch eingestellt was Googles Datensammel-Leidenschaft angeht. Aber Google wird aus einem einfachen Grund heute und auch in Zukunft genutzt: es kostet nichts und es sind immer sehr gute Produkte. Wer etwas sucht, der googelt – der Begriff hat übrigens auch schon Einzug in den deutschen Duden gefunden – einfach danach. Und irgendwie ist es kaum noch vorstellbar ohne Google Informationen im Internet aufzufinden. Andere Suchmaschinen gibt es eigentlich auch, aber: nutzt die jemand?!
Der bloße Einsatz dieser Tools garantiert natürlich noch keinen Lernerfolg, aber ich wüsste nicht wie man heutzutage noch ohne diese studieren kann. Und was ist mit euch? Was setzt ihr noch so ein, das ich jetzt nicht erwähnt habe?
Ich für meinen Teil habe mit diesen Tools in diesem Semester 7 verschiedene Ausarbeitungen und Studienarbeiten abgegeben (alle in irgendeiner Weise Gruppenaufgaben) und nun hoffe ich, dass das mit dem Lernen auch noch klappt. 2 Doppelklausuren habe ich schon hier mir, zwei Klausuren stehen noch an und dann habe ich auch dieses Semester hinter mich gebracht.




Dieser Beitrag wurde am 05.02.2010 um 14:39 Uhr geschrieben und den Stichworten Tags: 
